Noch mehr Unterstützung geht nicht
Von Christian Kreuzer
Landratswahl | Amtsinhaber Oswald Marr wird mit 100 Prozent
der Delegiertenstimmen erneut zum Kandidaten der SPD gekürt.
Nun will er auch die Bürger überzeugen. Er verweist auf eine gute
Bilanz, verspricht aber auch neue Impulse in der Kreispolitik.
Pressig – Dieses Ergebnis ist so
gut, dass es schon wieder unheimlich
ist. 100 Prozent Zustimmung,
da muss Landrat
Oswald Marr erstmal kurz
schlucken. Er hat seine Genossen
überzeugt. Und zwar restlos.
Alle 69 Delegierten, die am
Dienstagabend im Pressiger
Pfarrsaal ihre Stimme abgeben,
wollen ihn weiter im Amt sehen
(siehe NP vom Mittwoch).
Das nennt man absolute Rückendeckung.
Marr selbst nimmt die Wahl
unter dem tosenden Applaus
seiner Parteifreunde selbstverständlich
an. Allerdings nicht,
ohne auf den langen Weg zu
verweisen, der noch vor ihm
und seiner SPD liegt. Denn er
weiß, dass selbst dieses Traumergebnis
noch kein Garant dafür
ist, dass er Landrat bleiben
darf. Er mahnt seine Partei deshalb,
den Wahlkampf nicht als
Selbstläufer anzusehen: „Wir
müssen hart arbeiten, damit
wir am 4. Juli miteinander feiern
können“, ruft er seinen Anhängern
zu. Dann schüttelt er
jede Menge Hände. Die Delegierten
gratulieren, Landtagsabgeordnete
Christa Steiger überreicht
rote Blumen und eine
kleine Stoff-Ziege. „Ein Frankenwald-
Zicklein“, wie sie betont,
das Glück bringen soll.
Die Minuten nach der Verkündung
des Wahlergebnisses
sind die einzigen, in denen der
Abend eine emotionale Note
erhält. Auch wenn irgendwie
niemand so richtig von den
100 Prozent überrascht ist,
freuen tun sich die Genossen
dann eben doch darüber.
Bilanz und Ausblick
Oswald Marr hat zuvor kurz
und knapp skizziert, was sich
in den vergangenen zwölf Jahren
getan hat und warum er
auch weiterhin Landrat bleiben
will. Lediglich 16 Minuten
braucht er dafür, wie Richard
Rauh wenig später den Delegierten
vorrechnet. Vor allem
im Bildungsbereich hat sich
laut Marr enorm viel getan. „Es
wurden die Voraussetzungen
für die sechsstufige Realschule
und das achtstufige Gymnasium
geschaffen. Dazu wurde die
Siegmund-Loewe-Schule erweitert
und die Maximilian-von-
Welsch-Schule generalsaniert“,
so der Landrat. Bei den Gymnasien
sei man auf dem gleichen
Weg, ebenso könne man auf
die Berufs- und die Volkshochschule
stolz sein. Weiterhin
werde ein enger Kontakt zur
Wirtschaft gepflegt und so alles
getan, um Arbeitsplätze vor Ort
zu erhalten. Im Tourismus habe
sich ebenso viel getan. Hier erinnert
Marr unter anderem an
seinen Vorstoß, „den Geopark
Schieferland mit den beiden
benachbarten Thüringer Naturparken
zu gründen“. Neben
dem Umweltschutz, dem Sozialen
und der Kultur habe weiterhin
auch der Straßenbau hohe
Priorität genossen.
Doch es gelte, weiter für den
Landkreis zu arbeiten. Diverse
Kreisstraßen müssten erneuert
werden, auch bei den Bundesstraßen
müsse der Ausbau weitergehen:
„Hier sind Freistaat
und Bund in der Pflicht.“ Auch
die generelle Entwicklung des
ländlichen Raumes benötige
weitere Impulse. „Die derzeitige
Finanzausstattung und Förderpraxis
kann die Aufgaben der
Zukunft nicht leisten“, ist Marr
sicher. Er will daher in den
nächsten sechs Jahren weiter
„dicke Bretter bohren“. Dass er
sich dafür auch nach zwei
Amtsperioden noch stark genug
hält, steht außer Frage:
„Ich fühle mich gesund und fit,
die kommenden Herausforderungen
zu meistern.“
Mann des ehrlichen Wortes
Das sehen an diesem Abend
auch die übrigen Redner so.
Landtagsabgeordnete Christa
Steiger lobt die guten Kontakte
Marrs nach München und Berlin.
Die würdigt auch der frühere
Bundestagsabgeordnete Carl-
Christian Dressel. „Mich haben
sie in Berlin immer gefragt,
wann denn der Mister Frankenwald
mal wieder kommt“, lacht
er. Marr habe eben die Gabe,
Menschen schnell für sich zu
begeistern. Daneben sei es
„überragend, was Oswald Marr
auf den Weg gebracht hat“. Der
Weißenbrunner Bürgermeister
Egon Herrmann schätzt seine
„ausgleichende Art“, Kreistags-
Fraktionschef Richard Rauh betont,
Marr sei stets auf dem
Teppich geblieben und wisse,
wo er hingehöre. Außerdem
zeichne ihn aus, dass er ein
Mann des ehrlichen Wortes sei.
Auch Volker Wiegand von
der Arbeitsgemeinschaft
60plus, der 3. Bürgermeister
von Pressig, Wolfgang Förtsch,
und der Ludwigsstadter Bürgermeister
Timo Ehrhardt sind
voll des Lobes. Kreisrat Jens
Trebes fasst die Meinung im
Saal in einem Satz zusammen:
„Oswald Marr muss bleiben!“
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